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Funktionsweise von Automatikuhren

Songdu UhrenÖfter am Tag blicken Sie auf Ihre Armbanduhr und fragen sich, wie spät es ist. Doch die weiteren Fragen, die es zu der Armbanduhr zu stellen gibt, treten meistens gar nicht im Kopf auf. So wissen beispielsweise die wenigsten Menschen, wie eine Uhr tatsächlich funktioniert. Doch damit nicht genug, denn es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen einer automatischen Uhr und einer mechanischen Uhr. Wussten Sie, dass eine Automatikuhr keine Batterien benötigt und sich trotzdem von alleine aufzieht? Im Gegensatz zu mechanischen Uhren müssen Sie bei der automatischen Uhr nämlich nicht an einem Rädchen drehen, um die Uhr aufzuziehen. Doch wie funktionieren Automatikuhren denn dann? Wir verraten Ihnen heute, wie eine Automatikuhr funktioniert, was ihre Vor- und Nachteile sind und was der gravierende Unterschied zu einer herkömmlichen mechanischen Uhr ist.

Was ist eine Automatikuhr?

Auf den ersten Blick sehen die meisten Armbanduhren gleich aus. Rein optisch ist eine mechanische Uhr weder von einer automatischen Uhr noch von einer Quarzuhr zu unterscheiden. Sie alle haben in etwa die gleiche Größe, sehen ähnlich aus und haben viele gleiche Funktionen (je nachdem für was die jeweilige Uhr ausgelegt ist). Doch das Uhrwerk ist ganz unterschiedlich.

Eine Automatikuhr wird auch Automatic Armbanduhr oder Montre Perpetuelle (im Französischen) genannt. Sie wird wie eine mechanische Uhr mit einer Feder angetrieben, die jedoch nicht von Hand aufgezogen werden muss. Sie wird automatisch durch die Arm- und Handbewegung des Trägers aufgezogen.

Durch die Bewegung wird ein Rotor angetrieben, der die Uhr in kleinen Schritten immer wieder ein Stück aufzieht. Allerdings kann die automatische Uhr auch leer laufen, wenn sie nicht getragen wird, sodass sie stehenbleiben kann.

Bei der Automatikuhr handelt es sich also nicht um eine Uhr mit Batterie, die mit einem Quarz-Uhrwerk läuft, sondern um einen automatischen Aufzug. Die Automatikuhr wird auch Uhr mit Selbstaufzug genannt, da sie, wenn sie regelmäßig getragen wird, nicht aufgezogen werden musst.

Wie entstand die erste automatische Uhr?

Die erste Automatikuhr erfand Abraham-Louis Perrelet vor dem Jahr 1775. Sie konnte automatisch mittels bidirektionalen Aufzug mit Rotor und Zahnradwechsler aufgezogen werden. Dabei handelte es sich aber nicht um eine Armbanduhr, sondern um eine Taschenuhr. Da die Taschenuhr ebenfalls in der Tasche in Bewegung war, funktionierte dieser Antrieb auch bei der Taschenuhr. Hubert Sarton entwickelte ungefähr zeitgleich die erste Taschenuhr mit automatischem Aufzug. 1778 führte er sie der Welt vor.

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1787 gab es dann eine Wandlung mit dem ersten Vorläufer der modernen Automatikuhr. Abraham Louis Breguet nannte sein Modell Perpetuelle. Der Name ist bis heute in Frankreich erhalten geblieben. Da die damaligen Automatikuhren sehr teuer waren, verkauften sie sich nur schleppend. Zwar erkannten die Menschen in der damaligen Zeit ihren Vorteil, trugen sie aber nicht, weil sie viel zu kostspielig waren.

Gut zu wissen: John Harwood war der nächste Franzose, der mit der Firma Leroy eine Armbanduhr mit automatischem Werk auf den Markt brachte. Die Uhr wurde mit einer Pedelschwungmasse angetrieben und wurde 1922 fertiggestellt. Nur ein Jahr später meldete er ein Patent in der Schweiz darauf an, was er wiederum 1924 erhalten sollte. Mit diesem Patent machte er sich zu Fortis und Blancpain auf, um das jeweilige Uhrenmodell 1926 auf den Markt zu bringen.

Bei den vergangenen Uhren handelte es sich immer um Taschenuhren. Erst Rolex brachte, unter Hans Wilsdorf aus Kulmbach, den Durchbruch mit seinem Uhrenmodell Oyster Perpetual. Diese Uhr stellte die erste funktionsfähige automatische Armbanduhr dar. Die Firma ließ sich das Patent zur automatischen Armbanduhr patentieren. Erst 1948 wurde der kugelgelagerte Rotor erfunden. Das Unternehmen Eterna setzte sich gegen die Konkurrenz durch.

Was sind die Vor- und Nachteile von Automatikuhren?

  • kommt ohne Batterie aus
  • schont die Umwelt
  • lädt sich allein durch das Tragen auf
  • manuelle Aufziehen entfällt
  • robust
  • lange haltbar
  • schnelle Reparatur
  • leichte Gangabweichung
  • müssen nachgestellt werden

Wie funktionieren Automatikuhren?

Heutige automatische Uhren funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Mit Hilfe eines Rotors wird die Feder aufgezogen. Ein Rotor ist dabei ein Gewicht, das um die eigene Achse rotiert. Es ist meist zentriert und kugelgelagert, sodass es bei einer Bewegung angetrieben wird. Durch die Schwerkraft und Masseträgheit möchte der Rotor in seiner Position stehen bleiben und versucht sich so bei Bewegung, immer wieder in seinen ursprünglichen Stand zurück zu bewegen.

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Diese Rückbewegung machen sich die Uhrenmacher zu Gute und nutzen den Drehmoment aus, um den Aufziehmechanismus damit anzutreiben. Der Rotor wirkt also auf ein Zahnrad, das wiederum das Uhrwerk aufzieht.

Da der Rotor in Schwingung versetzt wird, wenn der Arm hoch- oder heruntergehoben wird, sollte der Rotor bidirektional ausgerichtet sein. So wird die Feder aufgezogen, wenn der Arm in beide Richtungen bewegt wird. Es gibt allerding auch die Option, dass das Uhrwerk nur in eine Richtung aufgezogen wird, also nur mit einer Bewegung aufgezogen werden kann, dann ist er unidirektional ausgerichtet.

Tipp! Die Handhabung ist sehr einfach und so lange Sie die Uhr regelmäßig tragen, wird sie nicht stehen bleiben. 8 bis 10 Mal kann durch eine leichte Bewegung in der Sekunde die Uhr aufgezogen werden. Da die Feder immer gleichmäßig gespannt ist, läuft die Uhr auch gleichmäßig und geht selten falsch. Die Gangabweichung ist bei einer mechanischen Uhr höher als bei einer Automatikuhr.

Um eine Überdrehung der Feder zu verhindern, gibt es eine sogenannte Bridge, die dafür sorgt, dass sich die Uhr nicht weiter aufziehen lässt, wenn sie bereits voll ist. Beim letzten automatischen Aufziehen der Uhr hält die Automatikuhr noch rund 30 bis 60 Minuten. Es gibt aber auch Automatikuhren, die mit mehreren Federhäusern arbeiten. Bei dieser Option kann die Uhr noch bis zu 30 Tagen laufen, ohne dass sie bewegt wurde.

Was ist der Unterschied zwischen einer Automatikuhr und einer mechanischen Uhr?

Eine Automatikuhr ist im weitesten Sinne eine mechanische Uhr, nur dass sie nicht aufgezogen werden muss. Im Gegensatz zur Quarzuhr, die mit einer Batterie angetrieben wird, kann die mechanische Uhr, also auch die Automatikuhr ganz geringfügig falsch gehen. Im Monat macht dies gerade einmal eine Minute aus. Beide Uhrenarten müssen also regelmäßig nachgestellt werden, damit sie auf Dauer die richtige Zeit anzeigen.

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Allerdings muss die Automatikuhr im Gegensatz zu mechanischen Uhr nicht gestellt werden. Sie wird durch die Arm- und Handbewegung gestellt, ohne dass an einem Knopf gedreht werden muss. Doch was gibt es noch für Unterschiede bei der Automatikuhr und der mechanischen Uhr? Wir schauen sie uns in der nachfolgenden Tabelle an:

Automatikuhr Mechanische Uhr
Wird mit mechanischer Feder angetrieben Wird mit mechanischer Feder angetrieben
Durch Bewegung des Arms und der Hand wird Rotor automatisch aufgezogen Das Drehen an der Krone zieht die Feder auf
Zeigt bei bei regelmäßiger Bewegung die Uhrzeit richtig an Zeigt die Uhrzeit mehrere Tage an, dann muss sie wieder aufgezogen werden
Muss nicht aufgezogen werden Hält bis zu 3 Tage ohne aufgezogen zu werden
Hält bis zu 30 Tage ohne aufgezogen zu werden Uhr kann ungenau gehen
Uhr kann ungenau gehen

Wie Sie sehen, ähneln sich die beiden Uhren insofern, dass sie beide nach dem gleichen System funktionieren. Sie müssen beide im übertragenen Sinne aufgezogen werden, können minimal ungenau gehen und werden beide von einer mechanischen Feder angetrieben.

Bildnachweise: Adobe Stock / Drobot Dean, Amazon/ Songdu

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