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Die Geschichte der Uhr

Franterd UhrenHeute ist es kaum vorstellbar, dass man früher nicht die Möglichkeit hatte, durch einen Blick auf eine Uhr zu wissen, wie spät es ist. Die Armbanduhr begleitet einen seit der Kindheit, gibt die Zeit im Alltag vor und sorgt dafür, dass Sie sich an Termine halten. Es gibt Uhren in den unterschiedlichsten Ausführungen, sodass für jeden eine dabei ist. Armbanduhren, Kuckucksuhren, Wanduhren und viele mehr sorgen täglich dafür, dass Sie pünktlich sind. Kaum zu glauben, dass vor ein paar Jahren noch nur Kirchturm- oder Rathausuhr mit ihren Schlägen die Zeit vorgegeben haben. Doch wann wurden Uhren eigentlich erfunden? Was war die erste Uhr, die es jemals gab und wer hat sie erfunden? Wir werfen heute einen Blick auf die Geschichte der Uhr und verfolgen ihren Werdegang über die Jahrhunderte hinweg.

Was war die erste Uhr?

Das Messgerät, das die Zeit korrekt wiedergibt, war lange Zeit relativ ungenau. Eine Genauigkeit war damals aber auch nicht nötig, da sich alles um die Sonne drehte. Die Sonne war quasi die erste astronomische Uhr, die den Menschen den Tagesrhythmus vorgab. Mit dem Sonnenaufgang standen sie auf und wenn die Sonne unterging, war es Zeit zu schlafen. Allerdings war die Sonne nicht im richtigen Sinne eine Uhr, sondern eher eine grobe Vorgabe des Tagesrhythmusses.

Doch die erste Uhr hatte auch etwas mit der Sonne zu tun. Bei ihr handelte es sich nämlich um eine Sonnenuhr. Vor rund 5000 Jahren entwickelten die alten Ägypter und Sumerer, etwa 3.000 v. Chr. ganz einfache Sonnenuhren. Dafür wurde ein Stock in den Boden gesteckt, der als Schattenstab bezeichnet wurde. Auf diesen Stock schien nun die Sonne und zeigte somit die Zeit an. Sonnenuhren funktionierten allerdings nur, wenn es sonnig war.

Übrigens: Die Babylonier kamen 2.000 v. Chr. auf die Idee, die Zahl 60 zu nutzen, um eine Einteilung zu machen. Daraus entstand das Zwölfersystem und die Einteilung, wie Sie sie heute auch noch kennen. Auch die alten Ägypter teilten ihren Tag in zwölf Stunden ein und setzten dabei nicht mehr Stöcker, sondern auf Obelisken. Kurze Zeit später kam noch die Form des Kreises hinzu.

Wie entwickelte sich die Uhr mit der Zeit weiter?

Da die Sonnenuhr nur bei Sonne funktionierte, musste eine Uhr her, die es auch bei Dunkelheit zuließ, die Zeit zu messen. Etwa 1.500 v. Chr. wurde deswegen im alten Ägypten die Wasseruhr entwickelt. Das Prinzip dieser Uhr war einfach. Ein Gefäß wurde mit Wasser gefüllt. Es besaß kleine Löcher im Boden, wodurch das Wasser ablaufen konnte. Nach und nach leerte sich das Wasser im Gefäß und je nach Wasserstand konnte die Uhrzeit festgelegt werden.

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Das Prinzip der Wasseruhr ist ähnlich wie das Prinzip der Sanduhr, bei dem das Ausfließen des Sandes die Zeit vorgab. Die Sanduhren waren schon sehr genau, sodass sie heute immer noch im Einsatz sind und oft für kurze Zeitangaben verwendet werden.

Gut zu wissen: Eine Weiterentwicklung aus China, England und dem Irak sind Kerzenuhren. Sie wurden angezündet und brannten eine bestimmte Dauer, sodass durch die Länge der Kerze bestimmt werden konnte, wie spät es gerade ist.

In Indien und Tibet wurden Timesticks aus Räucherstäbchen verwendet. Sie waren in dieser Gegend genauso stark verbreitet wie die Sanduhr und funktionierten nach dem gleichen einfachen Prinzip wie die Kerzenuhr. Das Räucherstäbchen wurde angezündet und je nachdem, wieviel es abgebrannt war, konnte die Uhrzeit festgelegt werden.

Etwa 600 v. Chr. gab es dann eine weitere sichere Methode zur Zeitbestimmung in der Dunkelheit und Nacht. Die Ägypter kamen auf die Idee, mit Lot-Linien zu arbeiten. Zwei Lot-Linien, auch Merkhets genannt, wurden auf den Polarstern ausgerichtet. Sie bildeten einen Meridian, die sogenannte Nord-Süd-Linie. Wenn nun Sterne über diese ausgedachten Lot-Linien glitten, konnte genau festgelegt werden, wie spät es ist, da sich die Sterne und der Nachthimmel jeden Tag gleich bewegt.

Die Uhrentwicklung im Überblick

Zeit Land Zeitmesser
3.000 v. Chr. Ägypten Sonnenuhr mit Schattenstab
2.000 v. Chr. Babylon (heute Irak) Zeiteinteilung in 60 Minuten und 12 Stunden
1.500 v. Chr. Ägypten Wasseruhren, Sanduhren
China, England, Irak Kerzenuhren
Indien, Tibet Räucherkerzenuhren
600 v. Chr. Ägypten Merkhets mit Sternen
1335 Italien Räderuhr
1500 Deutschland Taschenuhr
1904 Frankreich Armbanduhr

Wann gab es die erste mechanische Uhr?

Die erste mechanische Uhr entstand im Mittelalter etwa im Jahr 1.300 n. Chr. Die ersten Menschen, die mechanische Uhren herstellten, waren christliche Mönche. Sie brauchten die genaue Zeitvorgabe, um ihren Tagesrhythmus bestreiten zu können, der das tägliche Gebet, aber auch exakte Arbeits- und Essenszeiten beinhaltete.

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Urkundlich erwähnt wurde die erste mechanische Uhr 1.335 n. Chr. Hierbei handelte es sich um eine Räderuhr, die in der Kapelle des Palastes der Visconti in Mailand zu finden war. Nach und nach verbreitete sich die Technik der Räderuhr, sodass sie bald in ganz Europa zu finden war. Öffentliche Uhren in Rathäusern, Kirchen und Türmen waren keine Seltenheit mehr und so wussten die Menschen erstmals ohne Sonne, Wasser und anderen Tricks wie spät es ist.

Die mechanische Uhr funktioniert dabei mit einer Energiequelle und einem Taktgeber. Energie wurde durch herunterhängende Gewichte gewonnen. Sie bewegten sich langsam nach unten aufgrund der Schwerkraft und führten der Uhr somit Energie zu. Der Taktgeber war ein Pendel, das hin und her schwang. Das Pendel behält seine Frequenz immer bei, die allerdings von der Länge des Pendels abhängig ist. Schnell entwickelten sich Sekundenpendel, die den Sekundentakt vorgaben und eine Länge von 99,4 Zentimetern vorwiesen. Eine halbe Schwingung dauerte exakt eine Sekunde

Interessant: Damit die mechanischen Uhren immer die exakte Uhrzeit anzeigten, wurden sie rund zweimal am Tag nachgestellt. Kurze Zeit später gab es auch den akustischen Hinweis der Uhrzeit, da nicht jeder die große Kirchturm- oder Rathausuhr im Blick hatte. Durch das akustische Signal, das mit einem Glockenschlag gegeben wurde, wusste jeder durch das Zählen der Glockenschläge, wie spät es ist.

Die ersten mechanischen Uhren verwendeten nur die Stundenanzeige. Minuten und Sekunden konnte noch nicht dargestellt werden. Sie kamen 1475 hinzu. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es in Deutschland Uhren, die mit Minuten- und Sekundenzeiger ausgestattet sind.

Was sind die Vor- und Nachteile von mechanischen Uhren?

  • genaue Stundenanzeige
  • Minuten- und Sekundenanzeiger
  • wurden in Rathäusern, Türmen und Kirchen installiert
  • für alle gut sichtbar
  • von Weitem durch Glockenschlag zu hören
  • muss zweimal am Tag nachgestellt werden, damit die Uhrzeit genau bleibt

Wer hat die Taschenuhr erfunden?

Die Taschenuhr, wie wir sie heute kennen, wurde von Peter Heinlein, einem Nürnberger Schlossermeister im 15. Jahrhundert, erfunden. Alle Taschen- und Armbanduhren beruhen auf dem Prinzip der Metallfeder, dem sogenannten Unrast. Das Schwingsystem mit Metallfeder entwickelte sich später zum Unruh. Das hin und her schwingende Rädchen gab den Zeittakt vor. Erste tragbare Uhren wie das Nürnberer Ei wurden ebenfalls in dieser Zeit entwickelt. Alle Teile der bisher bestehenden Uhr wurden verkleinert und adaptiert, um eine Taschenuhr herzustellen.

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Wer entwickelte die erste Armbanduhr?

Die erste Armbanduhr wurde von Louis Cartier in Frankreich entworfen. Sein Freund Alberto Santo-Dumont, der Flugzeugführer war, wollte 1904 eine Uhr haben, die ihm während seines Flugs zeigte, wie spät es ist. Im ersten Weltkrieg boomte die Armbanduhr, da sie im Kriegseinsatz praktischer waren als Taschenuhren. Die Kampfeinsätze wurden mit ihnen koordiniert.

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Bildnachweise: Adobe Stock / Denis Rozhnovsky, Amazon/ Franterd

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