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Glashütte: Tradition der Uhrmacherei

Glashütte UhrenWas die Städte Le Locle und Biel für die Schweiz, ist Glashütte für Deutschland, nichts geringeres als die Wiege der hiesigen Uhrenindustrie. In dem lauschigen Städtchen, das bezeichnenderweise in der sächsischen Schweiz angesiedelt ist, hat die Uhrmacherei eine lange Tradition. Bereits 1845 siedelte sich der legendäre Uhrenmacher Ferdinand August Lange auf Aufruf des Königlichen Hofes in der Stadt an und gründete die Uhrenmanufaktur, die später als „A. Lange & Söhne Glashütte ?/SA“ Weltruhm erlangen sollte. Lange war es, der die Uhrmacherei in Glashütte als Ausbildungsberuf etablierte. Lange selbst erlernte das Handwerk beim königlichen Uhrmacher J.C.F. Gutkaes in Dresden und verfeinerte seine Fähigkeiten auf Stationen in der Schweiz und Großbritannien.

Glashütte wird zu Uhrenmetropole

Glashütte: Tradition der UhrmachereiDer Ruf von Glashütte als Uhrenmetropole verfestigte sich durch die Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte im Jahr 1878. Auf einer Tagung der deutschen Uhrmacher in Wiesbaden im Jahre 1877 wurde beschlossen, was 1878 realisiert wurde. Nach dem Vorbild berühmter Schweizer Uhrmacherschulen eröffnete die Schule bei einem feierlichen Festakt am 1. Mai. Viele Jahre nach ihrer Schließung, wurden die Räumlichkeiten der Schule zur Herberge des Deutschen Uhrenmuseum Glashütte. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden viele namhafte Marken deutscher Uhrenmacherkunst. Dazu gehören:

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  • Lange & Söhne
  • Glashütte Original
  • Nomos Glashütte/SA
  • Bruno Söhnle Uhrenatelier
  • Mühle Glashütte
  • Kronsegler GmbH
  • Tutima Glashütte S/A

u.a.

Made in Glashütte

Wie wichtig die Stadt als Standort für die Uhrenindustrie ist, zeigt auch der Umzug der Firma Tutima vom Nachkriegsfirmensitz bei Bremen zurück nach Glashütte. Im Jahre 2008 zog das von Ernst Kurtz gegründete Unternehmen von Ganderkesee in die Uhrenstadt an der Müglitz zurück. Kurtz war 1945 vor den russischen Besatzern in den Westen geflohen und gründete dort sein neues Unternehmen mit dem Namen „Glashütter Tradition“. Zwischenzeitlich pleite, belebte ein ehemaliger Mitarbeiter die Marke neu und ging später zurück in die Gründungsstadt. Heute steht auch Tutima Glashütte/SA mit seinen hochwertigen Uhren für das Label „Made in Glashütte/Germany“.

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Der königliche Hof und die frühe Strukturhilfe

Glashütte, wie man es heute kennt, wäre nichts ohne die damalige Förderung der königlich-sächsischen Regierung. Damals lobte der Hof eine Anschubfinanzierung für die strukturschwache Region aus, mit der Ferdinand Adolph Lange seine spätere Firma A. Lange & Söhne gründete. Zwar unterbrochen durch den Krieg und die Teilung Deutschlands, avancierte die Firma dennoch zum Herzstück der Glashütter Uhrentradition und ist es bis heute geblieben. Heute zählt die Firma mit seinen über 500 Mitarbeitern zu den wichtigsten Luxusmarken der Republik. Für die Region an der tschechischen Grenze wahrlich ein Segen, galt die Gegend um Dresden doch im geteilten Deutschland als „Tal der Ahnungslosen“ und schien stets von der Außenwelt getrennt zu sein. Erst im Fahrwasser von F.A. Lange kamen später sowohl die Deutsche Uhrmacherschule als auch weitere Uhrenmanufakturen in die sächsische Schweiz und ließen die ehemals trostlose Gegend zu dem werden, was sie noch heute ist: Erste Uhrenstadt der Nation.

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Pionierin im Namen der Tradition

Auch die Uhrmacherin Christine Hutter steht für ein Stück Uhrmachertradition in Glashütte. Aus dem bayerischen Eichstätt stammend, ließ sich Hutter, ausgebildet in den feinsten Uhrenmanufakturen Europas, die Namensrechte auf „Moritz Grossmann“ sichern. Im Jahr 2008 eröffnete sie im Namen des ehemaligen Initiators der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte die Uhrenmanufaktur „Moritz Grossmann Glashütte ?/SA“. Grossmann selbst war einst von 1854 bis zu seinem Tod im Jahre 1885 Besitzer einer Uhrenfabrik in Glashütte, deren Tradition Christine Hutter nun unter dem Namen des großen Vorbilds weiterführt.

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Interessant: Mit einem Jahrespensum von lediglich 200 Uhren fertigt die Firma eine äußerst limitierte Auflage zu gehobenen Preisen des Luxussegmentes an. Die Flaggschiffe der Edel-Manufaktur aus Sachsen kosten dann auch schon mal den Preis einer kleinen Eigentumswohnung.

Glashütte für Jedermann?

Bei all dem Luxus, den das Label „Glashütte“ mit sich bringt, stellt sich die Frage nach preisgünstigeren Alternativen aus sächsischer Fertigung. Die Marke „KronSegler®“ ist eine solche Alternative. Hier findet auch ein Normalverdiener die geeignete Uhr. Keine Billigware, aber eben auch keine Luxusartikel produziert die Kronsegler GmbH aus Glashütte. Die günstigeren Preise resultieren vor allem aus dem Ankauf von Uhrwerken aus serieller Produktion in der Schweiz oder Japan. Eine Eigenanfertigung, die per Hand erfolgen müsste, ist ungleich teurer und ursächlich für die hohen Preise der Glashütter Konkurrenz um A. Lange & Söhne, Moritz Grossmann und Glashütte Original.

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Der Urknall oder „A. Lange & Söhne Glashütte ?/SA“

F.A. Lange war es, der die Stadt Glashütte einst als Uhrenmetropole aus der Taufe hob und sie zu dem außergewöhnlichen Ort machte, der er heute weiterhin ist. Immer noch repräsentiert die Firma mit ihrer Marke „A. Lange & Söhne Glashütte ?/SA“ den einzigartigen Geist der Stadt wie keine andere Uhrenmanufaktur. Zwar ging die ursprüngliche Marke zu Zeiten der deutschen Teilung im VEB Glashütter Uhrenbetriebe auf, wurde jedoch nach der Wiedervereinigung durch den Urgroßenkel des Firmengründers, Walter Lange, zu neuem Leben erweckt und zu Weltruhm geführt. Die heutige Manufaktur ist im eigentlichen Sinne also eine Neugründung. Die weiteren Teile des volkseigenen Betriebes wurden aufgesplittet und zum Teil durch Gründung einzelner GmbH’s neu aufgestellt. Ein großer Teil lebt heute unter den Markennamen „Glashütte Original“ oder „Nautische Instrumente Mühle Glashütte/SA“ weiter und sorgt dafür, dass Glashütte wieder auf der Weltkarte der Uhrmacherei auftaucht. Im Fahrwasser der großen Klassiker, die vielen kleinen Manufakturen, die die Stadt zu der außergewöhnlichen Uhrenmetropole gemacht hat, die heute internationales Renommee genießt.

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Die Entwicklung von Glashütte im Laufe der Jahrhunderte:

Jahr Hinweise
1845 Ferdinand A. Lange gründet mit finanzieller Unterstützung des sächsischen Hofes die erste Uhrenmanufaktur in Glashütte
1854 Karl Moritz Grossmann gründet seine Manufaktur
1868 Gründung und Ansiedlung der Manufaktur Robert Mühle & Sohn

(heute „Nautische Instrumente Mühle Glashütte/SA“)

1876 K. M. Grossman regt die Gründung einer Uhrmacherschule in Glashütte an
1878 Die Deutsche Uhrmacherschule Glashütte wird eröffnet
1951 Nach dem zweiten Weltkrieg werden alle Uhrenmanufakturen zur VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammengelegt
1990 Nach der Wende Aufspaltung des volkseigenen Betriebes und Neugründung der traditionsreichen Manufakturen „Glashütte Original/SA“ und „A. Lange & Söhne Glashütte ?/SA“ u.a.

Gründung der Uhrenmanufaktur der Marke „Nomos Glashütte/SA“

2000 Gründung von „Bruno Söhnle Uhrenatelier Glashütte/SA“
2004 Die Kronsegler GmbH führt die Uhrenmarke „KronSegler®“ ein
2008 Christine Hutter gründet in der Tradition des Pioniers Karl Grossmann ihre Luxus-Manufaktur „Moritz Grossmann Glashütte ?/SA“
2011 Tutima (ehemals UROFA bzw. UFAG/Glashütte) siedelt aus Ganderkesee bei Bremen zurück nach Glashütte

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